Bewegung bei chronischen Darmentzündungen

 

Körperlich aktiv zu sein, wirkt sich positiv auf die Gesundheit aus – und das auch speziell in Bezug auf Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa. So konnte beispielsweise in einer aktuellen Studie gezeigt werden, dass Patienten mit Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa eine bessere Lebensqualität hatten, wenn sie körperlich aktiver waren (Studie von Taylor und Kollegen, 2018). Die aktuellen Leitlinien zu Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa äußern sich jedoch nicht bezüglich Sport. Dennoch stellt eine Erkrankung an Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa keinen Grund dar, auf Sport zu verzichten, vielmehr sollten diese Erkrankungen zu mehr Bewegung motivieren. Im Folgenden berichten wir, worauf Patienten mit Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa beim Sport achten sollten.

 

Maßvoll mit dem Sport starten

Entzündliche Darmerkrankungen können stark an den Kräften zehren, daher ist es wichtig, langsam mit dem Sport zu starten und die Intensität an die persönliche Fitness und Leistungsgrenzen anzupassen. Schon moderate Trainingseinheiten können das Wohlbefinden steigern, wenn sie regelmäßig durchgeführt werden. Der Sport sollte somit nicht überstürzt werden, denn eine körperliche Überanstrengung kann für den Körper einen weiteren Stressfaktor bedeuten. Es ist also wichtig, Ruhepause einzulegen und nur so viel Sport zu treiben, wie es sich gut anfühlt.

 

Manche Sportarten eignen sich bei chronischen Darmentzündungen besser als andere

Es gibt Sportarten, die sich mehr oder weniger gut für Patienten mit Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa eignen. Sportarten mit viel Körperkontakt, wie z. B. manche Kampfsportarten, könnten zu Problemen führen, besonders dann, wenn der Patient einen künstlichen Darmausgang hat oder kürzlich operiert wurde. Das gilt auch für Ballsport, da dieser den Bauch treffen und verletzen könnte. Und auch extremer Kraftsport kann den Bauch belasten, da Bauchdecke und Bauchmuskeln hier stark beansprucht werden. Ausdauertraining oder leichte Kraftübungen wie z. B. Walking, Laufen, Schwimmen, Tanzen, Inlineskating, Radfahren, Yoga oder Gymnastik sind womöglich die bessere Wahl.

 

Die Ernährung sollte entsprechend angepasst werden

Patienten, die regelmäßig Sport treiben, sollten das bei ihrer Ernährung berücksichtigen. Durch Sport erhöht sich nämlich der Nährstoff- und Energiebedarf. Da die Nährstoffaufnahme bei chronischen Darmerkrankungen aus verschiedenen Gründen (z. B. durch die entzündete Darmschleimhaut oder durch häufigen Durchfall) gestört ist, könnte es unter Umständen notwendig sein, Nahrungsergänzungsmittel einzunehmen. Außerdem sollte darauf geachtet werden, dass mit der Ernährung ausreichend Kalorien zu sich genommen werden, um Untergewicht entgegenzuwirken.

 

Ruhepausen müssen sein

Generell gilt: es sollte nur soviel Sport getrieben werden, wie es einem gut tut. Da Patienten während eines Schubes an Durchfall und Krämpfen leiden, kann es sinnvoll sein, in dieser Phase mit dem Sport zu pausieren. Auch nach einer Operation sollte erstmal auf Sport verzichtet werden. Der Körper braucht Zeit, um sich zu generieren, und die Wunden sollten verheilen, bevor der Sport wieder aufgenommen wird. Den optimalen Zeitpunkt, wann wieder mit dem Sport begonnen werden kann, sollte mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden. Ebenfalls mit dem Arzt sollte besprochen werden, wenn der Patient unter Begleiterscheinungen der Erkrankung wie beispielsweise Gelenkschmerzen leidet.

 

Patienten mit Morbus Crohn und Colitis ulcerosa können mit Sport ihr Wohlbefinden steigern. Außerdem kann mit Sport das Herz-Kreislauf-System und das Immunsystem gestärkt und negative Emotionen und Stress abgebaut werden. Es ist jedoch darauf zu achten, auf den Körper zu hören und ihm Ruhepause zu gönnen, wenn es nötig ist. Leistungssportler müssen zudem darauf hingewiesen werden, dass manche Medikamente wie z. B. Glucocorticoide, die für chronische Darmerkrankungen eingesetzt werden, auf der Doping-Liste stehen. Nähere Informationen darüber sind auf der Internetseite der Nationalen Anti Doping Agentur Deutschland zu finden.

 

Zusammengefasst

 

  • Regelmäßige Bewegung kann die Lebensqualität von Patienten mit Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa verbessern

 

  • Die Intensität des Sports sollte an die persönliche Fitness angepasst werden

 

  • Während eines Krankheitsschubes und nach Operationen sollte bzw. muss eine Sportpause eingelegt werden